Wir sind eine auf Initiative Biberacher Bürger und der Volksbank Biberach ins Leben gerufene Gemeinschaftseinrichtung von Bürgern für Bürger.
Unser stiftungseigenes Projekt: Die Bürgerstiftung Biberach unterstützt nachhaltig Aktivitäten und Projekte zur Völkerverständigung
Übergabe der Stiftungsurkunde am 07.11.2005 durch Regierungspräsident Hubert Wicker an der Vorstand der Bürgerstiftung
Unsere Auszeichnung:
Die Bürgerstiftung Biberach trägt das Gütesiegel für Bürgerstiftungen des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen

Leitbild

der Bürgerstiftung Biberach 2015

 

VORWORT

Die Bürgerstiftung Biberach feiert im Jahr 2015 ihr zehnjähriges Bestehen. Es waren ereignisreiche Jahre, in denen wir selber viel lernen und erfahren durften. Annähernd 100 Projekte haben wir initiiert oder begleitet, gefördert und nachhaltig unterstützt. Bei jedem Einzelnen konnten wir sehen, was sich bewegt, wer sich entwickelt, wie sich das Umfeld verbessert. Diese Einsicht ist unser größter Antrieb. Wir möchten weitermachen und uns auch zukünftig aktiv für unser Gemeinwesen einsetzen.

Dieses Leitbild soll bei der Weiterentwicklung unserer Aktivitäten und Projekte als Orientierung dienen. Es zeigt, wofür die Bürgerstiftung Biberach steht und legt fest, wie und woran wir arbeiten. Das Leitbild vermittelt auch ein Bild davon, wie wir miteinander umgehen und arbeiten wollen.


Leitbild

Die Bürgerstiftung Biberach ist eine Stiftung bürgerlichen Rechts mit Sitz in Biberach. Sie ist gemeinnützig, überparteilich und überkonfessionell. Grundlage ihrer Tätigkeit ist die enge Verbundenheit zur Stadt und Region Biberach. Hier setzt sie sich in vielfältiger Weise für gemeinnützige Belange, wie z. B. für die Förderung von Kindern und Jugendlichen, die Belange des Natur- und Umweltschutzes sowie für die Integration ein.

So wird unsere Entstehungsgeschichte – der Wunsch, durch Förderung von Aktivitäten und Projekten zu einer nachhaltigen Entwicklung in der Stadt Biberach und ihrer Region beizutragen – zur Richtschnur unseres täglichen Tuns. Dabei führen wir Menschen zusammen, die sich engagiert und nachhaltig für ein sozial gerechtes, friedliches, umweltfreundliches und vielfältiges Gemeinwesen einsetzen möchten.

Außerdem arbeiten wir partnerschaftlich mit anderen Vereinen, Behörden und Wirtschaftsunternehmen zusammen.


Historie

Eine Partnerschaft stand auch am Beginn der Bürgerstiftung Biberach. Denn im Jahr 2005 bemühten sich die heimische Volksbank Biberach eG und der Verein zur Förderung des Generationendialogs – jeder für sich – um die Gründung einer Bürgerstiftung. Sie erfuhren voneinander, taten sich zusammen, arbeiteten gemeinsam an einer Satzung. Dann war es soweit: Am 13. September 2005 wurde die Bürgerstiftung Biberach von 28 Gründungsstiftern und der Volksbank Biberach eG ins Leben gerufen und mit Verfügung des Regierungspräsidiums Tübingen vom 07.11.2005 als rechtsfähige Stiftung anerkannt.

Als besonders hilfreich erwies sich das Angebot der Volksbank Biberach eG, die von privater Seite erbrachten Stiftungsmittel und Zustiftungen bis zu einem Gesamtbetrag von 100.000 Euro durch eine Zustiftung in jeweils gleicher Höhe zu fördern. Durch dieses Angebot war bereits verhältnismäßig kurze Zeit nach Gründung ein Stiftungskapital von 200.000 Euro erreicht.

Im März 2006 fand das erste Stifterforum statt, bei dem drei Projekte unterstützt werden konnten. Durch ein großzügiges Vermächtnis erhöhte sich das Stiftungskapital innerhalb weniger Jahre nach Gründung auf eine Größenordnung von über 700.000 Euro und erreichte am Ende des Jahres 2013 einen Umfang von über 1 Mio. Euro. Durch diese finanzielle Ausstattung können inzwischen rund zehn Projekte mit einem jährlichen Gesamtvolumen von rund 30.000 Euro gefördert werden. Seit ihrer Gründung hat die Bürgerstiftung rund 100 Projekte mit einem Volumen von über 200.000 Euro gefördert.

Unsere Stiftung zählt inzwischen nahezu 100 Stifter und wurde wiederholt mit dem Gütesiegel des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen ausgezeichnet.

Erstmals im Jahr 2013 wurde von der Bürgerstiftung Biberach der Fritz-Montag-Bürgerstiftungs-Preis verliehen.

Damit würdigt die Bürgerstiftung das vielfältige gesellschaftliche und soziale Engagement des Unternehmers und Ehrenbürgers Fritz Montag und seiner Frau Friederike, die mit ihrem Vermächtnis ganz wesentlich zu der heutigen finanziellen Ausstattung der Stiftung beigetragen haben.


Organisation

Die Bürgerstiftung Biberach lebt vom Engagement ihrer Stifter und Förderer. Drei Organe sichern das nachhaltige Vorgehen der Stiftung.

So stellt das Stifterforum die größtmögliche Bürgerbeteiligung an der Bürgerstiftung Biberach sicher. Mitglied des Stifterforums ist grundsätzlich jeder Stifter, sofern er die nach der Satzung bestehenden Rechte des Stifterforums wahrnehmen will.

Als „Stifterforum“ bezeichnen wir auch die jährliche Veranstaltung, auf der sich Mitglieder des Stifterforums, interessierte Bürger und die heimische Presse über unsere Aktivitäten informieren können.


Stifterforum 2015

Der Stiftungsrat besteht derzeit aus elf ehrenamtlich tätigen Personen. Aufgabe der Stiftungsräte, die für fünf Jahre bestellt werden, ist es, das konsequente Vorgehen der Stiftung zu sichern. So sorgt der Rat dafür, dass der Stiftung ausreichend Mittel zur Verfügung stehen und beschließt über ihre Verwendung. Auch entscheidet er in allen Angelegenheiten von grundsätzlicher Bedeutung, beruft und beaufsichtigt den Stiftungsvorstand.

Mit dem Ziel einer effektiven Zusammenarbeit, klaren Verantwortlichkeiten und kurzen Wegen widmet sich jeder Stiftungsrat einem Schwerpunktthema. So treiben unsere Stiftungsräte Projekte und Aktivitäten federführend und eigenverantwortlich voran, sie mobilisieren die nötige Verstärkung und versorgen den Stiftungsvorstand mit den Kerninformationen für die Öffentlichkeitsarbeit.

Dr. Eva-Maria Dünkel
(Vorsitzende)
Thomas Fettback
(stv. Vorsitzender)
Dr. Peter Barth Heidi Eberhardt
Dietmar Patent

Stefanie Reich

Anette Roser-Koepff

Nadja Scharfe

 
Josef Schneiderhan Peter Seils Heiner Zinser  

Der Stiftungsvorstand besteht derzeit aus vier ehrenamtlich tätigen Mitgliedern, die vom Stiftungsrat für drei Jahre berufen werden. Der Stiftungsvorstand führt die Geschäfte der Stiftung und vertritt die Stiftung gerichtlich und außergerichtlich. Er sorgt für die Ausführung der Beschlüsse des Stiftungsrats, für eine ordnungsgemäße Verwaltung des Stiftungsvermögens und die Erfüllung des Stiftungszwecks.

Hubertus Droste (Vorsitzender), Ute Poss (stv. Vorsitzende), Gisela Eggensberger, Prof. Peter Emsberger

Stifterforum, Stiftungsrat und Stiftungsvorstand arbeiten Hand in Hand. Sie tauschen sich regelmäßig aus und treten in und um Biberach namentlich und persönlich dafür ein, die Tätigkeit der Stiftung nachhaltig zu fördern.


Unsere Arbeitsweise und unsere Haltung

Die Bürgerstiftung Biberach hat einen hohen Anspruch an sich selbst: In einer Stadt, die mehrere Weltmarktführer beheimatet, eine Arbeitslosenquote von unter drei Prozent aufweist und seit Jahren als besonders zukunftsfähig und nachhaltig bezeichnet wird, setzen wir an den echten Schwachpunkten an. Dafür brauchen wir offene Augen und einen wachen Verstand. So initiieren wir beispielsweise Umweltprojekte, die eine Förderung verdient haben und unterstützen Familien, die in einer schwierigen Lebenssituation Hilfe benötigen als auch Migranten, die bei der Integration in unsere Kultur auf Unterstützung angewiesen sind.

Dabei entspricht es unserer tiefen Überzeugung, dass sich etliche Missstände durch ein ebenso überlegtes wie beherztes Eingreifen verbessern lassen. Dafür stehen uns zwei Wege offen: Als Fördergeber, der die Initiativen anderer finanziell unterstützt und als Träger eigener Projekte wie unserem „Klassenzimmer im Grünen“ und dem Patenmodell des Projekts „Integration / Migration“. Immer bringen wir Zeit und Ideen, Wissen und Kontakte, Erfahrung und Tatkraft für die Gemeinschaft ein. Gleichzeitig beraten wir alle interessierten Bürger, Stifter und Spender über die Möglichkeiten des eigenen Engagements. Damit stärken wir auch den Kontakt zu den lokalen Entscheidern und setzen uns für Bürgersinn und Bürgerengagement ein.


Themenbereiche

Unser besonderes Engagement konzentriert sich auf die Bereiche Kinder und Jugend, Natur und Umwelt, Integration und Migration sowie Menschen in schwierigen Lebenssituationen. 


Kinder und Jugend – Erziehung und Bildung

Selbstvertrauen und Zukunftshoffnung, gegenseitige Achtung und ein persönlicher Einsatz für den freiheitlich-demokratischen Rechtsstaat – das sind die Werte, die wir Kindern und Jugendlichen nahebringen möchten. Denn die soziale Kompetenz und die emotionale Intelligenz werden zunehmend zu den bestimmenden Erfolgsfaktoren bei Ausbildung, Jobsuche und im Zusammenleben mit einer heterogenen Gesellschaft.

Allerdings glauben wir, dass sich Werte besser vorleben als beibringen lassen. Daher sprechen wir mit den Jugendlichen auf Augenhöhe, nehmen sie ernst, binden sie ein. Wir arbeiten mit vielfältigen Vereinen wie „Jugend Aktiv“ zusammen, unterstützen deren Projekte finanziell und stellen eigene Aktivitäten auf die Beine. Wir binden die Teens in anspruchsvollen Projekten ein, wo sie sich ausprobieren, herausfordern und kennenlernen dürfen. Hier arbeiten sie kreativ, kritisch und nachhaltig mit – und sind für uns eine große Bereicherung.


Natur- und Umweltschutz

Die Kuh ist nicht lila und für den Apfel braucht man den Baum noch mehr als den Supermarkt. Das klingt selbstverständlich, ist es aber nicht. Daher möchten wir mit unseren Projekten im Grünen für ökologische Zusammenhänge sensibilisieren und ein gesundes Umweltbewusstsein fördern.

Und das gelingt gut – beim Rekultivieren einer alten Streuobstwiese ebenso wie beim Anlegen eines Teiches. Groß und Klein, Alt und Jung pflanzen Bäume, stellen Bienenhäuser auf und bringen Nistgelegenheiten für Singvögel an. So trifft Engagement mit Generationendialog zusammen, und aus Umweltschutz wird die Chance zum Austoben und Herumtollen im Grünen. Das begeistert auch die Schulen und Kindergärten, die vielfach unser „Klassenzimmer im Grünen“ nutzen. Am Ende sind alle ein Stück reicher – die Natur, die Gesellschaft und jeder Einzelne.


Integration und Migration

Özul ist aus Istanbul, lebt in Biberach, liebt Linsen und Spätzle. Sein Freund Otto bringt ihm Schwäbisch bei, hilft bei der Bewerbung und erklärt ihm, was bei der Ziehung auf dem Berg passiert.

Damit mehr Kinder sich wie Özul in unserer Kultur und Gesellschaft zurechtfinden und auf einen Paten wie Otto zählen können, haben wir ein Patenschaftsmodell ins Leben gerufen. Dies stellt Jugendlichen mit Migrationshintergrund, die von alltäglichen Herausforderungen immer wieder erschüttert werden, eine Vertrauensperson zur Seite. Für beide Seiten beginnt damit eine große Aufgabe, in der schon scheinbar kleine Veränderungen echte Freude auslösen.


Hilfe in schwierigen Lebenssituationen

Demenz, Depression, Angst und Unsicherheit im Alter – es gibt viele schwierige Lebenssituationen, in denen Menschen Anker brauchen. Zu diesen Ankern möchten auch wir als Bürgerstiftung gehören. Daher unterstützen wir zusammen mit Initiativen wie „Bürger für Bürger“ Alte, Kranke und Hilfsbedürftige.

Dabei glauben wir vor allem an die Kraft der Prävention und bringen uns gerne frühzeitig ein. Immer wieder lässt sich dadurch Schlimmeres verhindern.


Fritz-Montag-Bürgerstiftungs-Preis

Den großzügigen und weitschauenden Planer, aufgeschlossen für alles Neue – das ist nicht nur die Beschreibung des Unternehmers Fritz Montag, sondern auch die des Handwerkers, dessen Ideen und Engagement wir mit der Auslobung des Fritz-Montag-Bürgerstiftungs-Preises ehren. Damit würdigen wir seit dem Jahr 2013 das soziale und gesellschaftliche Engagement von Fritz und Friederike Montag, die die Bürgerstiftung durch ein großzügiges Vermächtnis unterstützt haben.

Angelehnt an seine Stifter zeichnen wir mit dem Fritz-Montag-Preis Personen und Unternehmen aus, die besonders verantwortungsbewusst, integrativ oder engagiert handeln, und prämieren diese mit einem Preisgeld von insgesamt 5.000 Euro. 


Auswahlkriterien

Jahr für Jahr gehen bei uns zahlreiche Förderanträge ein. Viele Projekte bestechen durch ihre guten Ideen, andere durch das Engagement ihrer Initiatoren. Die meisten der eingereichten Projekte passen sehr gut zur Bürgerstiftung und ihren Themenbereichen. Das alles erklärt, warum für uns die jährliche Auswahl der aktuellen Förderprojekte ein verantwortungsbewusstes, unserer Satzung gemäßes Handeln und Entscheiden bedarf.

Als Orientierung für uns selbst und für all jene, die bei uns Unterstützung beantragen möchten, haben wir Auswahlkriterien erarbeitet. Sie helfen uns bei der jährlichen Entscheidung und stellen gleichzeitig sicher, dass wir den Stiftungszweck im Auge behalten.